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von Rieke (), veröffentlicht am 1 Oktober, 2017

Wieder stand heute eine lange Busfahrt an. Dieses Mal von der Massai Mara nach Kisumu. Los ging es nach Frühstück mit Tee in unserem LKW bis nach Narok, wo wir schon vor zwei Tagen eine Pause gemacht haben. Den ersten Teil der Fahrt verschlief ich zum Großteil. In Narok aßen wir wieder zu Mittag und tauschten anschließend den riesigen Bus gegen unsere kleine rosa Rakete aus Nairobi. Ungewohnt eng und kuschelig war es in diesem Busse. Da war der LKW, auch wenn die Fahrt in ihm etwas wacklig war, komfortabler gewesen. Nachdem alles so gut es ging verstaut war, ging es auf in Richtung Kisumu. Wann wir ankommen würden stand noch in den Sternen. Titus meinte in 2-3 Stunden, David eher so 6-7. Wir ließen uns überraschen. Nachdem ich wieder fast eingeschlafen war, aber immer wieder aufwachte, gab es für mich etwas Musik auf die Ohren. Noch so ein Luxus, welcher für die meisten Kenianer wahrscheinlich unvorstellbar ist. Einfach mal so unterwegs die Lieblingsmusik hören, um etwas abzuschalten. Ich liebe Busreisen. Auch wenn es eng und sehr warm war, finde ich es wunderbar, diese tollen verschiedenen Landschaften wahrnehmen zu können. Auf der Fahrt konnten wir deutlich die Veränderungen in der kenianischen Landschaft wahrnehmen. Aus der Gegend um das trockene Rift Valley bis ins grüne Land um Kisumu. Doch egal wo wir waren, eins war überall gleich. Die meisten Menschen schauten unserer pinken Rakete überrascht und etwas erstaunt nach. Kleine Jungs unterbrachen ihr Fußballspiel, ältere hielten mit ihren Mofas an. Unauffällig reisen ist wirklich etwas Anderes.

In einer Pause staunen wir darüber, wie schnell das Wasser auf den Steinen verdunstete, nur wenige Sekunden braucht es. In der nächsten Pause regnet es so stark, dass das Wasser nicht in die Erde einsickern kann. Am Straßenrand war die ganze Fahrt über viel zu sehen. Menschen, die ihrer alltäglichen Arbeit nachgingen. Sie verkauften Obst und Gemüse, trieben Kühe vor sich her, ließen ihre Schafe weiden, führten ihre beladenen Esel vor sich her oder saßen einfach nur am Straßenrand und warteten auf irgendetwas oder irgendwen. Je näher wir Kisumu kamen, desto weniger regnete es, bis es schließlich aufhörte. In meinen Ohren sang gerade Farin Urlaub von den Ärzten: „Die Sonne scheint, als hätte sie van Gogh gemalt und auf dem Asphalt steht die Luft…“, ich musste lächeln und fühlte mich gerade sehr glücklich. Irgendwie passte es sehr. Die Landschaft war mittlerweile sehr grün. Dann kamen wir an. Am Rande von Kisumu wurden wir mit einem unglaublichen Sonnenuntergang empfangen. Er tauchte die Gegend in ein rosa-rotes Licht. Ein bisschen so, als hätte die Sonne über Kisumu den Himmel extra zum Leuchten gebracht, um uns so Willkommen zu heißen. Gegen 20 Uhr kamen wir im Dunkel in Kisumu-Stadt an. Auf den Straßen war noch viel los und wieder waren alle Augen auf unsere, mittlerweile rot leuchtende und blinkenden Rakete gerichtet. Berline empfängt uns mit ihrem Team von Wonesu unglaublich herzlich bei sich zu Hause. Das ganze Team hatte für uns gekocht. Überwältigend, was sie alles gezaubert hatten. Fisch, Fleisch, Ugali (ungewürzter Maisbrei), Reis, Kohl, Linsen… Zum Nachtisch gab es Früchte, der Unterschied zu denen in Deutschland verblüffte mich sehr. Alles schmeckte so viel frischer und fruchtiger. Alle waren nach der langen Fahrt unglaublich müde. Berline bat an, dass wir alle bei ihr übernachten könnten. Wir waren froh, heute Abend nicht noch die Zelte aufbauen zu müssen und vor allem, nach der langen Fahrt, nicht mehr in den Bus zu müssen. Es war zwar eng, aber es passte. Einige schliefen drinnen, andere draußen, aber alle in Mückennetzen.

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